Was ist los auf der Welt und an den Märkten?

Markt in Marrakesch, Foto Ute R. Voß
Markt in Marrakesch, Foto Ute R. Voß

Das war 2018

Wer hatte das im Januar 2018 erwartet, als die Aktienkurse Höchststände erlebten? Die amerikanische Wirtschaft, insbesondere Technologie- und IT-Firmen, befanden sich in einer Sonderkonjunktur, befeuert durch Steuererleichterungen in den USA. Infolge dessen waren viele Fonds in diesen Werten engagiert. Die Börse lief also blendend, und mit ihr Fonds, die überwiegend Aktien im Portfolio hatten.

 

Im Februar erinnerten sich die Börsen leider daran, dass sie sehr scheue Rehe sind, wenn sich vermeintlich graue Wolken bezüglich der Konjunkturentwicklung am Horizont zeigen oder es auf den relevanten politischen Bühnen „Theater“ gibt. Und Letzteres gab es in 2018 reichlich, was dann auch zu den bekannten Kursverlusten führte: Die von den USA angezettelten Handelsgeplänkel mit China und der Europäischen Union wurden plötzlich konkret, die Verhandlungen um den (unseligen) BREXIT traten in ihre entscheidende Phase und offenbarten unüberquerbare Hürden und unabsehbare wirtschaftliche Folgen. Italien reizte die Europäische Kommission mit einem inakzeptablen Haushaltsentwurf. Einige Schwellenländer wie die Türkei und Argentinien schlidderten in Wirtschaftskrisen. Sie können täglich aus den Medien entnehmen, wo es zurzeit auf der Erdkugel „rummelt“. In Deutschland trugen neben der politischen Stimmung insbesondere die sogenannte Dieselkrise der Automobilindustrie und der heiße Sommer mit seinen Lieferengpässen in der Treibstoffversorgung und landwirtschaftliche Mindererträge zu einer Steigerung der Inflationsrate und damit zu einer negativen Stimmung an den Börsen bei. Allerdings sind sich die professionellen Auguren einig, dass die aktuelle Düsternis an den Börsen weniger durch die makroökonomische Lage als durch „Befürchtungen“ über mögliche zukünftige Entwicklungen begründet ist.

 

Wie könnte 2019 ausschauen?

In 2019 werden trotz vieler Unkenrufe wirtschaftlich wenige Änderungen erwartet. In Deutschland ist die Auftragslage in der Wirtschaft weiter sehr gut. Gebremst wird sie höchstens durch den eklatanten Mangel an Fachkräften. Eine Minderung des Mangels deutet sich durch die hohen Ausbildungszahlen von Migranten an[1]. Mittlerweile hat die Bundesregierung ein Gesetz auf den Weg gebracht, das dem Mangel Abhilfe schaffen soll. Das von der Deutschen Umwelthilfe - wissentlich oder unwissentlich - initiierte Konjunkturprogramm für die Automobilindustrie dürfte langsam greifen. Die neuen CO2-Emissionsrichtwerte der EU werden wohl ebenfalls dazu beitragen.

 

Politisch sind wohl keine Änderungen in den „Spielchen“ der amerikanischen Regierung zu erwarten. Die Unberechenbarkeit wird bleiben. Zugegeben, sie haben einige interessante Bewegungen ausgelöst, die dem Welthandel förderlich sein könnten. Sorgen sollte auch der BREXIT machen. Sollte das britische Parlament sich einem geordneten Ausstieg verweigern, dürfte das Turbulenzen an den Börsen auslösen; Ausgang ungewiss. Die italienische Bevölkerung liebt den Euro, so dass kurz vor Weihnachten ein Kompromiss über deren Staatshaushalt gefunden wurde. Insgesamt ist zu hoffen, dass die deutsche, europäische und internationale Politik ein wenig unaufgeregter agiert. Man wird sehen.

 

2019 werden sich die Börsen - hoffentlich - wieder etwas beruhigen und die Kurse jetzt zumindest eine Basis gefunden haben, von der sie sich vorerst langsam, aber wohl mit größeren Ausschlägen wieder aufwärts bewegen. Die deutsche Wirtschaft strahlt trotz der üblichen Unkenrufe Optimismus aus. Ein Abflauen der Konjunktur wird nicht vor 2020 erwartet. (IT-) Technologiewerte werden weiter die Führung übernehmen.

 

Immobilien

Der Immobilienmarkt zeigte in 2018 eine starke Entwicklung zu höheren Preisen, insbesondere in den großen Ballungszentren. In denen gibt es, dem Trend zur Urbanisierung folgend, ein starkes Zuzugsinteresse, so dass dort mit weiteren Kaufpreissteigerungen zu rechnen ist. Während sich der Kauf von Immobilien als Kapitalanlange in Städten wie München, Hamburg oder Frankfurt generell nicht mehr lohnt, sind größere Städte mit Universitäten und Hochtechnologiewirtschaft, wie beispielsweise Leipzig, immer noch sehr interessant! Zumal die Zinsen zunächst niedrig bleiben werden. Sprechen Sie mich gern an, wenn Sie am Erwerb eine Immobilie als Kapitalanlage interessiert sind. Ich helfe Ihnen dann in Zusammenarbeit mit Partnern meines Netzwerkes weiter.

 

Gold

Gold gilt als Sicherungsmittel gegen wirtschaftliche „Unglücksfälle“. Nachdem der Preis in den Jahren 2011/2012 mit 1400 Euro einen Höhepunkt erreicht hatte, dümpelt er heute zwischen 1000 und 1200 Euro. Vorhersagen zur Entwicklung des Preises zu treffen ist schier unmöglich, da unter anderem manche Staaten als größte Goldbesitzer gelegentlich den Preis durch Kauf oder Verkauf beeinflussen. Nicht zu vergessen, dass der Erwerb bzw. Verkauf von Gold der Mehrwertsteuer unterliegt. Außerdem stellt sich beim Gold immer die Frage: Wo bewahre ich es denn nun sicher auf?

 

Zinsen

Die Zinsen werden in der EU auch in 2019 vorerst niedrig bleiben, so dass es, wie in 2018, bei konservativen Geldanlagen wenig Bewegung geben wird. Das könnte sich erst ab 2020 wieder ändern. Die amerikanische Notenbank hat vor Weihnachten den Zinssatz um ein Viertelprozent erhöht, um einem unverhältnismäßigen Anstieg der Inflationsrate entgegenzuwirken.

 

Es gilt also trotz aller dunkler Wolken auch für 2019 mein Rat aus dem November: Sie wissen, dass eine Anlage in Fonds immer langfristig zu betrachten ist. Sie wissen, dass Angst und Panik immer schlechte Ratgeber sind. Sie wissen stattdessen: In der Ruhe liegt die Kraft! Einige von Ihnen sehen auch die Chance und nutzen die niedrigen Kurse, um nachzukaufen.“ Und: Wer einen langen Atem hat, wird am Ende - hoffentlich - auch belohnt!

 

Außerdem: Die durchschnittliche Inflationsrate lag in 2018 bei Minus 1,9%. Wer sein Geld auf dem Girokonto geparkt hat, hat auch dort - bei einem Zinsniveau von circa 0 Prozent - Verluste vermelden müssen.

 

[1] Interview mit dem Arbeitgeberpräsidenten Ingo Kramer am 14.12.2018 (SPIEGEL)

 

Stand: 25.01.2019