
Wenn ich derzeit Vorträge halte oder mit Kundinnen und Kunden spreche, taucht eine Frage immer mal wieder auf: „Da soll doch etwas Neues kommen. So eine Art Riester-Nachfolger. Lohnt es sich, darauf zu warten?“ Tatsächlich plant die Politik in 2027 die Einführung eines sogenannten Altersvorsorgedepots. Es soll die private Altersvorsorge attraktiver machen und vielen Menschen einen einfacheren Zugang zum langfristigen Vermögensaufbau ermöglichen.
Die Riester-Rente wurde vor mehr als 20 Jahren eingeführt, um die sinkenden Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung auszugleichen. Die Grundidee war richtig: Menschen sollten zusätzlich
fürs Alter vorsorgen und dabei staatliche Unterstützung erhalten. In der Praxis sah die Realität jedoch häufig anders aus. Viele Verträge waren kompliziert, die Kosten nicht immer leicht
nachvollziehbar und die Renditen oft enttäuschend. Hinzu kamen umfangreiche Garantievorgaben. Sie vermittelten zwar Sicherheit, schränkten aber gleichzeitig die Möglichkeiten ein, das Geld
langfristig ertragreich anzulegen.
Genau hier setzt das geplante Altersvorsorgedepot an: Künftig soll ein größerer Teil des Geldes in Fonds und ETFs investiert werden können. Damit steigen zwar die Wertschwankungen, gleichzeitig
eröffnen sich aber auch deutlich bessere Renditechancen. Die Reform geht aus meiner Sicht in die richtige Richtung: Mehr Kapitalmarkt, mehr Transparenz und bessere Renditechancen sind
grundsätzlich gute Nachrichten.
Doch unabhängig davon: Ich bin Mitglied bei den FinanzFachFrauen, einem Netzwerk von Finanzberaterinnen aus ganz Deutschland. Einige von uns haben selbst noch ältere Riester-Verträge und
verfolgen die Diskussion deshalb mit besonderem Interesse. Doch da noch vieles Details offen sind, herrscht hier erst momentan im Wesentlichen die Haltung vor: erst einmal den Ball flach halten
und schauen, was am Ende tatsächlich beschlossen wird. Viele Details sind noch offen. Deshalb halte ich es derzeit nicht für sinnvoll, bestehende Verträge vorschnell infrage zu stellen oder
wichtige Entscheidungen allein aufgrund von Ankündigungen zu treffen. Sobald die politischen Rahmenbedingungen klarer sind, lässt sich deutlich besser beurteilen, welche Chancen und Möglichkeiten
sich daraus tatsächlich ergeben.

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